Erneut fand eine groß angelegte Ganztagesübung mit 25 Feuerwehrkameraden des Löschbezirks Freisen in Zusammenarbeit mit 30 Rettungskräften des DRK und fünf Notärzten aus St. Wendel, Ottweiler und Trier statt.

Drei völlig voneinander unterschiedliche Unfallszenarien galt es zu bewältigen, wobei man es sich zum Ziel gesetzt hatte, gemeinsam bestimmte Abläufe zu trainieren und danach kritisch zu reflektieren.

Diese Ausbildungsveranstaltung hat sich seit vielen Jahren zu einer festen Größe etabliert.

Die Rettungskräfte werden täglich mit einer Vielzahl von Verletzungs- und Unfallmustern konfrontiert und erleben auch manchen „Überraschungsmoment“. So kann es durchaus vorkommen, dass Unfallopfer unter Schock plötzlich wegrennen, andere wiederum verlieren völlig unvermittelt das Bewusstsein oder es kommt ein unerwartetes Verletzungsmuster mit ins „Spiel“. Um möglichst realitätsnah „am Menschen“ trainieren zu können, wurde die Übung deshalb von Laiendarstellern der realistischen Unfalldarstellung St. Wendel (RUD) unterstützt. „Am Schwierigsten ist es, Bewusstlosigkeit zu simulieren.“, so Thea Linn, die zusammen mit ihrem Mann diese Abteilung betreut. „Aber auch gezielt ein bestimmtes Verletzungsmuster zu verkörpern, muss mit den Teilnehmern intensiv vorab besprochen werden. Jedes Unfallgeschehen ist anders. Jeder Patient reagiert anders. Und gerade darin besteht die Herausforderung für Feuerwehr und Rettungsdienst; nämlich sich zunächst einen Überblick über die Einsatzstelle und die unterschiedlichen Verletzungsmuster zu verschaffen und dann ggf. das entsprechende feuerwehrtechnische Gerät zur Patientenrettung einzusetzen. Die Dringlichkeit der Behandlungsbedürftigkeit legt dabei immer der Notarzt fest. Die Anzahl der Unfallopfer müsse genauestens festgestellt und auch untereinander deutlich kommuniziert werden, betonen die Übungsleiter nach jeder Station. So musste beispielsweise im 3. Szenarium ein „Massenanfall von Verletzten“ durch einen Busunfall bewältigt werden, bei dem die Zahl der Verletzten nicht auf den ersten Blick zu überschauen war. 19 Menschen unterschiedlichen Alters und teils mit oder ohne Verletzungen waren entsprechend zu „sortieren“ und zu betreuen. Auch eine Schwangere war darunter, auf die man ein besonderes Augenmerk haben musste, während die Feuerwehr ein mit dem Bus kollidiertes Fahrzeug zu stabilisieren und dessen Insassen gemeinsam mit dem Rettungsdienst unter Einsatz hydraulischen Rettungsgerätes möglichst schonend aus dem Auto zu befreien hatte. Die Handgriffe sitzen, die Abstimmung untereinander klappt, was auch bei der Bewältigung der ersten beiden Szenarien deutlich wurde. Hier hieß es zunächst „PKW gegen PKW“: ein Verkehrsunfall wie er so häufig passiert. Zusätzlich erschwerend kam allerdings hinzu, dass eines der Fahrzeuge ungünstig auf der Seite lag und man nicht ohne Weiteres die eingeklemmten Personen befreien konnte. Eine weitere Aufgabe der Einsatzkräfte sollte es neben der Bergung der Fahrzeuginsassen darüber hinaus noch sein, „Gaffer“ in ihre Schranken zu weisen, die entweder störend im Weg herumliefen, filmten oder rücksichtslos fotografierten. Bürgermeister Hans-Josef Scheer war mit einigen Gemeinderatsmitgliedern zugegen und unterstrich damit seine Wertschätzung gegenüber den Hilfsorganisationen. „Ich danke Euch für Euer Ehrenamt und Eure Zeit, die Ihr hier investiert!“, so der Bürgermeister. Im Baustoffe-Handel Müller in Freisen hieß es danach „PKW an Radlader“. Wieder eine neue Situation; mehrere Verletzte, ein Fahrzeugbrand. Ein ungewöhnliches Bild bot sich den Einsatzkräften; lag doch ein großer Felsen auf einem Auto. Nach der knapp siebenstündigen Großübung reflektierten Gemeindewehrführer Paul Haupenthal, die Löschbezirksführer Jochen Becker, dessen Stellvertreter Frank Müller zusammen mit dem DRK- Übungsleiter Jannik Hönig und allen Beteiligten die drei Szenarien, wobei man besonders ein Anliegen deutlich spüren konnte: Man will weiterhin miteinander und voneinander lernen, um seinen Mitmenschen in Notsituationen schnell und effektiv helfen zu können!