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Grügelborn

Ein Dorf stellt sich vor

Stand 08/2010



Grügelborn, im nordöstlichen Teil des Landkreises St. Wendel und des Saarlandes gelegen, ist ein in eine Tallage eingebetteter kleiner, beschaulicher Ort mit rund 900 Einwohnern (Stand: 07/2010).

Die ruhige Ortslage, zwischen Buchwald und Rotenberg ist umgeben mit viel Grün und bietet für das Wohnen im ländlichen Bereich gute Wohn- und Lebensbedingungen. Der 380 m über NN gelegene Ort ist über 4 verschiedene Zufahrten zu erreichen, dennoch aber praktisch frei von jeglichem Durchgangsverkehr. Die Gemarkung Grügelborn umfasst rd. 417 ha, davon sind 73,7 ha überwiegend mit Laubbäumen bewaldete Flächen. Höchste Erhebung ist die 514 m hohe Eiselskist.

Im Jahre 1588 ist Grügelborn erstmals in einer Beschreibung des Oberamtsrates Lichtenberg urkundlich erwähnt. Dort ist zu lesen, dass der Ort durch das „Weidenborn Bächelchen“ in eine lothringische und eine pfalzzweibrückische Hälfte geteilt war, was bis zur Französischen Revolution erhalten blieb. Etliche Grabfunde aus der Keltenzeit auf dem Gemarkungsteil „Klopp“ zeugen jedoch davon, dass der Ort schon damals besiedelt war. Der Ort erscheint zum ersten Mal unter dem Namen „Krielborn“. Die Schreibweise „Krulbrunnen“ in den Schaumburger Steuer- und Abgabelisten aus der Mitte des 16. Jahrhunderts lässt die Vermutung zu, dass es sich ursprünglich um einen Brunnen im Gestrüpp gehandelt haben kann (mhd. Krul = Gestrüpp). Die Geschichte des Ortes ist in unserem Dorfwappen symbolisiert: Zweibrücker Löwen und Lothringer Kreuz stellen die ehemaligen Herrschaftsgebiete dar. Die Zweiteilung ist im Wappen mit den beiden durch den Ort fließenden Bächen dargestellt, die sich im Unterdorf vereinen. Am Unterlauf des Betzelbaches befanden sich ehemals 4 Mühlen, was durch das schwarze Mühlrad symbolisiert wird. Der im oberen Feld auf rotem Grund – die Farbe rot steht für die roten Sandvorkommen auf dem „Klopp“ – dargestellte Krug deutet auf die zahlreichen Grabfunde aus der Keltenzeit hin.

Das Bild des kleinen Ortes war lange Zeit geprägt von landwirtschaftlichen Betrieben, ohne nennenswerte Gewerbeansiedlungen, so dass dem Ort damals die finanzielle Kraft fehlte und eine Eigenentwicklung sich äußerst schwierig gestaltete. In den letzten Jahrzehnten jedoch wandelte sich das Ortsbild grundlegend und aus unserem Grügelborn ist ein schmuckes kleines Dorf geworden. Diese positive Entwicklung geht nicht zuletzt auf die im Jahr 1974 durchgeführte Gebietsund Verwaltungsreform zurück. Im Zuge dieser Reform verlor der kleine Ort zwar seine Selbständigkeit, hat insgesamt jedoch, wie viele andere vergleichbare Dörfer, davon profitiert. Seitdem gehört Grügelborn neben 7 weiteren Dörfern als drittgrößter Ortsteil zur Gemeinde Freisen. Die Gemeindeverwaltung im 7 km entfernten Freisener Rathaus, leitet als Bürgermeister der Grügelborner Wolfgang Alles.

Leider gibt es in unserem Dorf keinen Lebensmittelladen mehr und im Jahr 2000 musste auch die örtliche Bankfiliale ihre Pforten schließen. Dennoch können in unserem Ort noch viele Dinge des täglichen Bedarfs z. B. in einer Metzgerei oder Bäckerei eingekauft werden. Innerhalb von nur wenigen Kilometern sind alle weiteren Besorgungen möglich und es lässt sich in Grügelborn gut leben und vor allem ruhig wohnen.

Der Ort lädt an einigen Stellen zum Verweilen ein und bietet ringsum schöne, gut ausgebaute Spazier- und Wanderwege. Über den Feldweg durch den Hellenwald besteht eine direkte Anbindung an den Fritz-Wunderlich-Weg, einem wunderschönen Wander- und Radweg auf der ehemaligen Bahntrasse Freisen – Kusel.

Sehenswert ist die am Ortseingang aus Richtung Reitscheid idyllisch im Wald gelegene Mariengrotte. 1933 wurde die Grotte zunächst in die gegenüber liegende Felswand („Fils“) gebaut bevor sie im Jahre 1941 im Zuge der Straßenbegradigung in den Wald verlegt werden musste. Im Jahr 2000 wurden die Statuen der Anlage restauriert.

Mit dem Bau einer eigenen Kirche, den die Grügelborner im Jahre 1947 mit großer Kraftanstrengung in Eigenleistung in Angriff nahmen, konnte der überwiegend katholischen Grügelborner Bevölkerung der beschwerliche Weg zu den Gottesdiensten ins benachbarte Furschweiler erspart werden. 1971 wurde das Gotteshaus vollständig zu einer Kirche modernen Baustils umgebaut und renoviert. Im Kircheninneren erfolgten in den Jahren 2004 und 2005 umfangreiche Umbau- und Renovierungsarbeiten, die unsere Pfarrkirche zu einem Schmuckstück haben werden lassen. Heute bildet Grügelborn zusammen mit dem Nachbarort Reitscheid zwar eine eigene Pfarrei, die jedoch schon seit 1978 von dem Oberkircher Pastor mit verwaltet wird. Grügelborn bietet mit seinen Vereinen und Verbänden auch etliche Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Die mitgliederstärksten Vereine sind der Sportverein und der Judo-Club, der in den Jahren 2002 bis 2004 in der 2. Bundesliga kämpfte.

Außerdem hat sich der Verein mit mehreren Saarland- und Südwestmeisterschaften, herausragenden Einzelerfolgen und seinem Engagement im Behindertensport einen hervorragenden Namen gemacht hat.

Darüber hinaus engagieren sich in unserem Dorf ein gemischter Chor, ein Männergesangverein, die Feuerwehr, das DRK, ein Obst- und Gartenbau- sowie ein Angelsportverein. Für Sport und kulturelle Veranstaltungen steht eine Mehrzweckhalle, die für ca. 300 Personen Sitzplätze bietet, mit etlichen Nebenräumen, die z. T. auch für private Zwecke genutzt werden können, zur Verfügung. Die Mehrzweckhalle wurde im Jahr 2010 für rd. 250 T€ saniert.

Im Jahr 2000 wurde unser Ort an eine neue Kläranlage angeschlossen. In den kommenden Jahren werden weitere Kanal- und Entflechtungsmaßnahmen zu einer ökologischen Schmutz- und Oberflächenwasserentsorgung beitragen.

Im Südosten der Gemarkung wurde im Jahr 2003 auf einem ehemaligen amerikanischen Militärgelände mit der Erschließung eines Gewerbegebietes begonnen, das zunächst in einer Größe von ca. 4,5 ha beplant und im Frühjahr 2004 fertig gestellt worden ist. Die ersten Ansiedlungen sind inzwischen erfolgt. Im Jahr 2004 hat der Sportverein mit Unterstützung der Gemeinde das Spielfeld als Kunstrasenfläche neu hergestellt. Inzwischen wurden auch die Anlagen rund um die Spielfläche neu gestaltet und die sehr schöne Sportanlage hat auch unser Ortsbild deutlich aufgewertet.

Im Januar 2005 wurde ein Dorfentwicklungsplan für unseren Ortsteil erstellt. Darin sind etliche Ideen und Maßnahmen zur Weiterentwicklung unseres Ortes aufgezeigt. In den vergangenen Jahren haben wir einige Ideen und Projekte daraus aufgegriffen und auch realisieren können. So wurden z. B. die Flächen im Bereich des Lindenbrunnens neu gestaltet und die Hangfläche vor der Kirche wurde völlig neu angelegt. Mit dem Anlegen von verschiedenen Pflanzbeeten und dem Pflanzen von Hochgrün konnten die Grünstrukturen unseres Dorfes deutlich verbessert werden.

Im Jahr 2010 erfolgten im Zuge der Dorferneuerung erste Maßnahmen zur Neugestaltung der Petersgasse. Im Jahr 2007 wurde am nordöstlichen Ortsrand das Neubaugebiet „Im nassen Stück“ erschlossen. Die insgesamt 22 Wohneinheiten sollen den Wohnraumbedarf für die nächsten 15 bis 20 Jahre decken.

Beim Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ wurde unser Ort für die Arbeit der Dorfgemeinschaft im September 2008 als Kreissieger und beim Landeswettbewerb im Jahre 2009 mit einer Bronzemedaille ausgezeichnet. Im Laufe des Jahres finden in Grügelborn bzw. in unserer Gemeinde etliche Feste und Veranstaltungen statt, die sowohl im sportliche wie auch im kulturellen Bereich für jeden etwas zu bieten haben.

Auch in den kommenden Jahren wollen wir unser Dorf als attraktiven Wohnort weiter ausbauen und kontinuierlich weiter entwickeln, um seinen Bewohnern eine gute Lebensqualität und schönes Wohnen im ländlichen Raum bieten zu können.

Daran können alle Bürgerinnen und Bürger mit Rat und Tat gerne mitarbeiten.

Joachim Bonenberger, Ortsvorsteher


 

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