Römerweg

ViaVera „Der Römerweg“

Startpunkt ist am Rathaus in Freisen, Schulstraße 60. Parkmöglichkeiten sind vorhanden.

Länge: 12 km – festes Schuhwerk erforderlich

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Gesamtgrabungsplan –  hier klicken für größere Ansicht

Gräberfeld Schwarzerden

Foto I. Jung

Grab Nr. 124:
Den Verstorbenen begleiteten 15  ringförmig aufgestellte Gefäßbeigaben ins Jenseits. Man fand auch eine große Amphore und im Leichenbrand eine Bronzefibel.

Foto I. Jung

Grab Nr. 132:

Weibliches Doppelgrab in einer hölzernen Grabkammer. Der Leichenbrand befand sich in 2 Steinkisten aus Tuffkalkstein. Es fanden sich Etagen- und Noppenbecher und ein Öllämpchen aus Ton. Auch Glaskrüge und Tränenfläschchen.

Foto I. Jung und I. Berwanger

Foto I. Vogt

Grab Nr. 190:

Aufsehenerregender Fund von Teilen zweier Löwenskulpturen, die Teil eines zerstörten Grabmonumentes waren. Es fanden sich Köpfe, 2 Hinterteile und Körperfragmente. Außerdem Gesimsstücke und Dachfragmente mit Schuppenmuster.

Foto Löwenkopf P. Kluess

Foto I. Jung

Grab Nr. 198:
Kammergrab aus Holz mit Steinhinterpackung. Der Grabinhalt war in einer Holztruhe verstaut, deren Beschläge sich fanden. Neben besonders vielen Tongefäßen (25) grub man Fibeln, einen runden Bronzespiegel, eine eiserne Bügelschere und eine Tonrassel aus.

Foto I. Jung

Grab Nr.  134:
Ein Grab mit zahlreichen Tongefäßen, den eisernen Beschlägen eines Holzgefäßes und weißlich verbrannten Menschenknochen.

Terra sigillata, Foto I. Jung

Foto I. Vogt

Grab Nr. 258:
Es wurden 2 Glasgefäße und Keramik gefunden. Herausragend ist der hellolivgrüne Schlangenfadenpokal mit tulpenförmigem Oberteil. Die Verzierung besteht aus türkisblauer und brauner Glasfadenauflage. Das 2. Glasgefäß ist ein leicht olivgrüner Sturzbecher in konischer Form. Die Keramiken stammen aus der Mitte bis Ende des 4. Jahrhunderts.

Foto I. Vogt

I. Vogt

Grab Nr. 207:
Steinkistengrab allein im Grabgarten. Ein an 3 Seiten von einer Steinpackung umgebenes Mädchengrab. Darauf deuten die Funde hin. Ein kleines Messer, eine bronzene Haarnadel, eine Bronzemünze als Fährgeld ins Jenseits und ein kleiner Fingerring.

Foto I. Jung

Grab Nr. 169:
Frauengrab aus der Zeit kurz vor Christi Geburt. Holzkonstruktion mit Hinterpackung aus Sandsteinen. Es enthielt  22 Tongefäße, u.a. Gräten- und Rädchenbecher. Im Leichenbrand fanden sich Fibeln.

Foto I. Jung

Foto I. Vogt

Grab Nr. 216:
Seltenes hölzernes Kammergrab, hinterfüttert mit einer Steinpackung,  mit Treppe. Erforderlich durch die Grabtiefe.  Ende 1. Jahrhundert. Es fanden sich Krüge, Schüsseln, Teller und Becher.

Besichtigungspunkt römische Warte Freisen im Wahrter Wald auf dem Steinernen Mann am Füsselberg

Dieser Wachturm stand auf dem Füsselberg auf einer Höhe von 550 m über n.N. Diese Vermutung wird gestärkt durch die Flurnamen an der Warte sowie vor der Warte. Ein massiver Schutthügel lässt auf einen Mauerwerksbau schließen. Es fanden sich römische Ziegelfragmente, zerwühlte Mauerfundamente aus ortsfremdem Sandstein und Bruchstücke eines steinernen Bildes, vermutlich eines Viergöttersteines mit aufgesetzter Jupitersäule. Es wurde 1877 von zwei Jugendlichen aus Freisen endgültig zerstört.

Von dem Turm aus konnte man sowohl die Römerstraße nach Mainz als auch die keltischen Siedlungen der Umgebung beobachten. Der Turm war Teil einer Signalkette, um im Angriffsfall die Legionen aus dem Hinterland heraus zu verstärken. Vier steinerne Männer in Heupweiler bei Birkenfeld, Hoppstädten, Weiersbach/ Bleiderdingen und Freisen gehörten zu einer fortlaufenden Kette von Wart- und Signaltürmen. Vermutlich wurden Spiegel- und Feuersignale benutzt, um Nachrichten schnell weiterzugeben.

Besuchspunkt römischer Brennofen in Oberkirchen:

Bei Bauarbeiten für eine Stützmauer 1954 wurden Teile des Ofens gefunden. Ein Großteil des Ofens wurde bei den vorangegangenen Erdarbeiten zerstört. A. Kolling konnte bei der Ausgrabung Teile der Feuerungskammer sowie der Ofenplatte dokumentieren. Mit einer dünnen Lehmwand, hinterfüllt mit Sand, wurde der Ofen gegen das Erdreich geschützt.

In den Jahren 2005- 2007 plante und realisierte das Ingenieurbüro Glansdorp eine Kopie 1:1. Zusammen mit einem Schutzbau entsprach dies auch dem Wunsch des damaligen Museumsleiters Peter Finkler.

 

Besuchspunkt Mithrasdenkmal in Schwarzerden im Tal des Weiswieser Baches

Um das Jahr 100 n. Chr. wurde das Halbrelief des persischen Gottes Mithras in die vorhandene Sandsteinwand gehauen.

Dieser Männergeheimkult umfasste jeweils nur eine kleine Gruppe, deren Mitglieder nichts von den Zeremonien ausplaudern durften. Den Eingeweihten wurde Rettung aus allen irdischen Lebensgefahren sowie das Weiterleben nach dem Tod prophezeit.

Von Schottland bis zum Euphrat war der Kult verbreitet. Mit Kaiser Theodosius, der alle heidnischen Kulte verbot, endete auch der Mithraskult im 4. Jahrhundert.

Die Reliefe zeigen Mithras, der den Kopf eines Stieres hochreißt, um ihm in den Hals zu stechen und zu töten. Unter dem Stier befinden sich Schlange, Skorpion und Hund, ebenso wie der Stier Symbole für Sternbilder. Die Köpfe links und rechts oben stellen Sol und Luna dar. Unter der Sonne steht Cautes mit hochgehaltener Fackel ( Tag ), unter dem Mond Cautopates mit gesenkter Fackel ( Nacht ).

Der Tod des Stieres steht für den Untergang des Sternbildes zur Frühlingstagundnachtgleiche, wenn die Natur zu neuem Leben erwacht, praktisch für den Sieg des Lichtes über die Dunkelheit.

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Besuchspunkt römische Villa im Distrikt Heidenloch/ Freisen

Im Jahr 1938 entdeckte der Bauer Michel Alles beim Pflügen eine 1.30 m hohe Säule, römische Ziegel und Teile eines Mosaiks an einer schon vorher bekannten Fundstelle.

Im Zuge des geplanten Neubaus der A 62 führte man im Juni/ Juli 1971 unter der Leitung des Landeskonservators Dr. Alfons Kolling eine Notgrabung durch. Die Villa lag genau im Bereich der geplanten Ausfahrt Freisen.

Es stellte sich heraus, dass der Bau im 1. Jahrhundert auf dem Schutt eines Vorgängerbaus errichtet wurde. Dieser Rechteckbau maß 22,50m in der Länge und 11,00m in der Breite. Man verwendete das örtlich vorkommende poröse vulkanische Gestein. Das Haus besaß einen Keller mit Holztreppe sowie ein Badebecken ( 1,50m x 1,10m ), gespeist durch eine Wasserleitung vom nahen Bach. Innen und außen verputzte man das Haus. Der Innenputz wurde bemalt, der wasserabweisende Außenputz bestand aus Kalkmörtel mit Ziegelsplitt. Licht ins Haus brachten verglaste Fenster, das Dach war mit Hohl- und Flachziegeln gedeckt.

Ihr endgültiges Aussehen erhielt die Villa um 200 n. Chr., als ein rechteckiger Bau von 13,75m x 11,50m angefügt wurde. Den Anbau plante man mit 2 Kammerreihen hintereinander und 2 größeren Räumen mit Unterfußbodenheizung ( Hypokaustum ), befeuert durch eine Heizungskammer ( Präfurnium ) an der südöstlichen Gebäudeecke. Zumindest einer der Räume war mit einem Fußbodenmosaik ausgestattet. Da sich der Estrichboden mit den Pfeilern senkte, wurde der Fußbodenaufbau zerstört, die Heizung damit unbrauchbar. Auch den Anbau hatte man auf Schuttboden errichtet.

Ein Vordach mit Pfeilern, von Holzpfosten und 2 steinernen Säulen am Eingang gestützt, überspannte die 2,30m breite Terrasse mit einem großartigen Blick auf den Freisener Talkessel und verband die 2 Gebäude.